TSG Tübingen – ein Gegner mit großem Angriffsdurst

18/04/2018

Tübingen – eine Stadt mit großen Namen

TSG – ein Gegner mit großem Angriffsdurst

Uli Coelius

Kolumne von Uli Coelius


Tübingen – die Stadt der Denker und Lenker

Einiges an Ehrfurcht und wohl noch viel mehr sammelt sich regelrecht an, wer Tübingen einst und jetzt nicht unmittelbar mit dem nächsten Gegner unseres FC Wangen, der TSG (Turn- und Sportgemeinschaft), in Verbindung bringt.

Eine der ältesten Universitätsstädte Deutschlands – die weltberühmte Eberhard-Karls-Universität wurde bereits 1477 gegründet – hat bekanntermaßen unzählige geniale Denker und Lenker am Ufer des dort wildromantischen Neckars beheimatet.
Um nur (aus Platz sparenden Gründen) die Nachnamen Hölderlin, Hauff, Mörike („Frühling lässt sein blaues Band …“), Ratzinger (emeritierter Papst), Kinkel, Herzog, Köhler und, und, und mit glänzenden Augen in diesen bedruckten Raum zu werfen. Selbst ein fußballbegeisterter Naseweis der ipad-Generation dürfte sich im Hier und Heute wohlweislich die Frage verkneifen: „Auf welcher Position hat der denn gespielt?“

Und Landeshauptstadt von Württemberg-Hohenzollern (1947 bis 1952) war Tübingen vor Gründung des Bundeslandes Baden-Württemberg mit seinem Regierungssitz Stuttgart nebenbei auch noch. Und einen prominenten grünen „OB“ (Boris Palmer) hat „unsere“ Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks ebenfalls. Und an die 27 000 Studenten bei rund 88 000 Einwohnern. Und eben die TSG Tübingen, 1845 gegründet, somit ziemlich genau 60 Jahre mehr auf dem Buckel als der FC Wangen.

TSG Tübingen als Aufsteiger 9 Punkte vor dem FC Wangen

Diese TSG Tübingen, im Übrigen Gründungsmitglied der Fußballverbandsliga, mischt als ungefährdeter Meister der Landesliga, Staffel III (fünf Punkte vor dem FC Holzhausen/57 Zähler), die aktuelle Verbandsligakonkurrenz wahrhaftig veritabel auf.

Den augenblicklichen vierten Platz acht Spieltage vor Saisonende hätten dem aufmüpfigen Aufsteiger wohl nur die wenigsten Experten zugetraut. Der Vorsprung auf unseren FC Wangen (Achter) beträgt immerhin neun Punkte (39 gegenüber 30).

Der Knackpunkt allerdings: Das derzeit beste Angriffsteam in Württembergs höchster Amateurliga (54 Tore) scheint im Abwehrverhalten etwas zu schwächeln bei 47 kassierten Treffern. So fing sich etwa Schlusslicht Schwäbisch Hall (allerdings ein Spiel weniger) ebenfalls 47 „Kisten“ ein.

Tübingen – keine Übermannschaft

Die gesunde Mischung macht’s wohl für Wangen, um in einer geschickten Balance zwischen 8:0-Kantersieg gegen Essingen und dem Na-ja-1:1 bei Abstiegsanwärter Ehingen-Süd dem attraktiven Gast aus Tübingen beizukommen.

Einiges an Ehrfurcht (siehe oben) ist demnach trotz des eher unerwarteten Hinrunden-1:3 auf dem seinerzeit grauenhaft schlechten Tübinger Stoppelacker sowie einer überschaubaren Spielfeldgröße eher eingeschränkt angesagt.

Zumal mit der TSG, wie Kenner der Szene beobachten, keine Übermannschaft vom Neckar an die Argen anreist. Unterschätzen freilich darf unser FC Wangen den torhungrigen Gegner zu keiner Sekunde. Jeder Punkt kann Gold wert sein.

Auf geht’s also, FC Wangen!

Das wünscht sich Ihr Uli Coelius

WWK Alexander Rieg

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