FC Wangen: Im kleinen Kollektiv irgendwie noch Großes vollbringen

12/10/2017

FC Wangen: Im kleinen Kollektiv irgendwie noch Großes vollbringen

„Einer für alle, alle für einen, wenn einer fort ist, wer wird denn gleich weinen? Einmal trifft’s jeden, ärger dich nicht, so geht’s im Leben, du oder ich.“ Kaum ein Tag vergeht, in dem es den Kolumnisten derzeit nicht senkrecht im Bett aufstellt. Wenn ihn dieser Ohrwurm-Refrain des „Toten-Hosen“-Klassikers von den „zehn kleinen Jägermeistern“ wie ein Albtraum schweißgebadet durch die Nacht hetzt. Sie wissen womöglich schon, verehrte Leserinnen und Leser, Frontmann Campino und Co haben vom berühmten Kinderlied „zehn kleine N…“ – darf man zum Glück ja nicht mehr ausschreiben – schamlos abgekupfert. „Da waren’s nur noch x“ (passende Zahl bitte einfügen). Des langen Liedes kurzer Sinn: Der personell leidgeprüfte FC Wangen will im aktuell heftigen Vergleich mit Favorit Ilshofen irgendwie versuchen, im kleinen Kollektiv noch Großes zu vollbringen.

Verbandsligavergnügen sieht anders aus. Nun hat es, nein, nicht in Verbindung mit der verflixten Sieben, sondern an einem vermaledeiten achten Spieltag noch unseren bärenstarken Ballfänger Julian Hinkel erwischt. Umstrittenes Gelb-Rot vor einer Woche beim 1:3 gegen den alles andere als betulich aufspielenden Neuling TSG Tübingen. Der FC-Keeper fehlt, denn er fällt gesperrt aus. Außerdem wurde Angreifer Mario Vila Boa auf dem berüchtigten Kraut- und Rübenacker der berühmten Universitäts-Stadt übel verletzt. Über die Zahl der akuten Ausfälle und Angeschlagenen akribisch Buch zu führen, käme derzeit eher der Romanverfilmung eines 600-Seiten-Schinkens gleich. Mindestens.

Es ehrt Adrian Philipp umso mehr, dass er nicht zu jenen Trainern zählt, die tränenreich herum jammern. Fakten schaffen und die augenscheinlich galligen Gegebenheiten zu akzeptieren, ist vielmehr das Ding, mit dem der 33-jährige Fußball-Übungsleiter im Jargon von Skisprung-Idol Sven Hannawald „sein Zeug“ macht. Und: Der große und breite Kader, für den einige Wangener Vereinsverantwortliche im Saisonvorfeld sorgten und dafür manche Kritik kassierten, leistet mittlerweile höchst hilfreiche Dienste.

Die lange Dienstreise durch die Verbandsliga, die dem FC trotz allem bereits beträchtliche 13 Punkte bescherte, lässt sich über kurz oder lang jedoch nur bedingt bewältigen mit einem stotternden Motor. Vieles hängt davon ab, das zurzeit defektanfällige Getriebe behutsam zu ölen. Ja, zweimal verlor Wangen in der Vorsaison jeweils 1:3 gegen Ilshofen. Dreimal innerhalb einer Woche glänzte der hoch eingeschätzte Gast um seinen renommierten Spielertrainer Ralf Kettemann mit dem begehrten „zu Null“; dabei das (allerdings etwas mühsame) 1:0 gegen Aufsteiger Öhringen mit dem Siegtreffer in der 90. Minute. Ja, Wangen ist personell angezählt und Außenseiter. Aber wie heißt es durchaus auch anmutig klingend bei Campino und Konsorten: „Einer für alle, alle für einen, wenn einer fort ist, wer wird denn gleich weinen?“ Heulsusen sind in Wangen ohnehin tote Hose!

Das zumindest findet Ihr Uli Coelius

WWK Alexander Rieg

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